Was ist eine Bauchschlagader-Erweiterung?

Der Ultraschall des Bauchraumes ist eine der Methoden zur Diagnose eines Aneurysmas.
Der Ultraschall des Bauchraumes ist eine Methoden zur Diagnose eines Aneurysmas.

Ein Aneurysma ist eine Aussackung bzw. Ausbuchtung eines Blutgefäßes. Unter einer Bauchschlagader-Erweiterung versteht man eine Vergrößerung des Durchmessers der Hauptschlagader im Bauchraum um mindestens das Doppelte.

Wie bekommt man ein Aneurysma?

Bisher sind die genauen Umstände, warum die Wand der Hauptschlagader schwach wird und dann ausleiert, nicht eindeutig geklärt. Besonders gefährdet sind die Raucher und Patienten mit langjährigem, meist unbehandeltem Bluthochdruck. Vieles spricht aber auch für eine erbliche Veranlagung zur Strukturschwäche des Bindegewebes, da ca. 20 Prozent aller Patienten mit einem Aneurysma einen nahen Verwandten mit derselben Erkrankungen haben. Die Entstehung einer Bauchschlagader-Erweiterung kommt im Alter deutlich häufiger vor als bei jüngeren Menschen.

Wie macht sich ein Bauchaorten-Aneurysma bemerkbar?

Das ist das Heimtückische an der Erkrankung: Es gibt in der Regel keine bzw. nur untypische Beschwerden im Anfangsstadium. Leider macht sich das Aneurysma der Aorta sehr oft erst durch Komplikationen bemerkbar. Platzt die Hauptschlagader, so ist das ein lebensbedrohender Notfall, bei dem nur 40 bis 50 Prozent der Menschen durch eine sofortige Therapie gerettet werden können.

Wie wird eine Bauchschlagader-Erweiterung festgestellt?

Um eine solche lebensbedrohliche Situation zu vermeiden, ist eine rechtzeitige Diagnose notwendig. Eine sichere und einfache Methode, der Ultraschall des Bauchraumes, kann zur Entdeckung eines Aneurysmas führen. Manchmal sind zusätzliche Röntgenaufnahmen des Bauchraumes mit Kontrastmitteln erforderlich, besonderes vor eine Operation.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die einzige Behandlungsmöglichkeit besteht in der Ausschaltung der erkrankten Gefäßabschnitte. Die Notwendigkeit einer Operation hängt von der Größe (Durchmesser) des Aneurysmas ab. Bei einem kleinen Aneurysma (Durchmesser unter 40 mm) ist die Gefahr eines Platzens (Ruptur) sehr gering. Daher wird dies in der Regel nicht operiert. Bei einem Durchmesser ab 40 mm ist eine Operation zu überlegen, ab 50 mm Durchmesser sollte sie in der Regel durchgeführt werden. Heute gibt es zwei etablierte Therapieverfahren, zum einen die offene chirurgische Aneurysma-Ausschaltung, bei der die erweiterte Bauchschlagader durch eine Kunststoffprothese ersetzt wird, oder aber die Möglichkeit einer endovaskulären Stent-Prothese. Der behandelnde Gefäßchirurg muss für jeden Patienten das beste oder passende Therapieverfahren aussuchen.

Was kann man als Patient tun?

Blutdruck gut einstellen und kontrollieren, schweres Heben und stärkeres Pressen beim Stuhlgang vermeiden, Gewicht normalisieren, nicht rauchen und regelmäßige Kontrollen einhalten (meist alle 6 Monate).

 

Die aktuelle Leitlinie zum Bauchaortenaneurysma finden Sie unter:
www.gefaesschirurgie.de/fileadmin/websites/dgg/download/LL_Aneurysmen_Bauch_Becken_2011.pdf